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Vielfalt löst so einige Probleme – auch das mit den Nacktschnecken?

„Nacktschnecken -höre ich immer wieder- muss man bekämpfen. Sie fressen dem Gärtner die kleinen Pflänzchen weg, über die Nacht zum Teil. Sie haben keine Gegner, sie sind eingeschleppt.“

Ich war vor kurzem auf den EM-Tagen auf der Fraueninsel auf dem Chiemsee und habe sehr intensiv gelauscht, wenn es um Schnecken ging.  Nicht viele Redner haben sich zu diesem Thema geäußert, aber ein Gärtner aus der täglichen Praxis, der komplett auf Chemie und Gift verzichtet, hat  zu dieser Thematik seine Meinung kundgetan. Er beobachtet sehr genau, was die Nacktschnecke macht, es ist ja seine Intention, diese, ohne zu töten, zu Einhalt zu veranlassen. Aber er gab auch zu, dass man schon intensiv beobachten muss, um das Verhalten der Schnecke herauszufinden und demnach zu handeln.

Eine Nacktschnecke ernährt sich größtenteils von schwachen Pflanzen. So wird jeder schon gemerkt haben, dass herausgerissene Pflanzenteile, die man eigentlich sorglos neben das Beet legt, gleich von Schnecken besucht und gefressen werden. Eigentlich eine gute Sache, weil sie wie eine Polizei, das Schwache beseitigt.

Er sprach von Stress, den jede Pflanze erlebt, wenn ihnen ein neues Zuhause gegeben wird, nämlich ausgepflanzt wird in das Beet, wo sie dann groß werden soll. Und Strees macht schwach, das weiß man von sich selbst  am besten. Da die Schnecke sehr sensibel ist auf schwache Pflanzen, merkt sie sofort, dass dort was „weg muss“. Also ist als Gegenmaßnahme der Stress der Pflanzen so gering wie möglich zu halten. Manche haben sich geäußert, dass sie nur noch mit Pflanzen arbeiten, die vor Ort über Samen gezogen wurden. Dann, wenn sie stark genug sind, erst ausgepflanzt worden sind. Andere lassen kleine Pflanzen erst in Töpfen, geschützt vor Schnecken, sich an dieses Klima zu gewöhnen und setzen sie erst, wenn sie sie für stark genug halten, in das Beet.

Eine Engelwurz in meinem Garten, die, als sie klein war, sehr gut wuchs, wurde im größerem Stadium (ca. 0,5 Meter hoch) von Schnecken massenweise bedrängt. Ich wehrte mich dagegen und holte die Schnecken runter und brachte sie raus. Dann wuchs er weiter, aber ich musste immer beobachten und nötigenfalls auch handeln. Später wurden die Blütendolden von Läusen heimgesucht, und zwar massiv. Sie ließen sich durch natürliche Mittelchen nicht vertreiben.

Die Schnecken nehmen ihren Job sehr ernst. Sie sind nicht davon abzuhalten, wenn sie rausgetragen werden oder getötet werden. Dann kommen eben andere, um diesen Dienst zu tun. Denn er muss ja getan werden. Mancher hat auch schon festgestellt, dass es nichts nutzt, wenn Schnecken abgesammtlt werden. Schnell sind sie wieder da.

Vielfalt ist das einzige Mittel, um hier Abhilfe zu schaffen. So kann z.B. das Gelege der Schnecken durch den Tigerschlegel reduziert werden.  Manche sehen diese Nacktschnecke, die schon etwas ekelig aussieht, auch als bekämpfenswert an, obwohl sie teilwiese sogar gegen die braune Wegscnecke vorgeht und sie frißt. Er ist in jedem Fall schützenswert und gehört als heimischer Part zu der Vielfalt. Auch haben einige Laufenten eingesetzt, weil sie sich nicht mehr zu helfen wußten. Andere haben im Garten Nestplätze für Igel geschaffen, indem sie Laub einfach zu Häufen angesammelt haben. Auch sie fressen gerne Schnecken. Und vor allem hinterlassen die meisten „Gegner“ an ihren Füßen was Feinstoffliches, das den Schnecken sagt, dass hier ein „gefährliches Pflaster“ ist.

Eine Pflanze hilft der Anderen. Und die eine sondert Hilfsstoffe für die Andere aus, wenn man die Richtigen nebeneinander setzt. Auch hier handelt die Natur ganz alleine. Genauso ernährt die eine Sorte Tierchen die anderen. Die Bakterien beispielsweise sind unter anderem für die Ernährung der Regenwürmer da.  Wir müssen die Vielfalt der Bakterien unterstützen und nicht ausrotten, wie es oft am Menschen gemacht wird. So erhalten sie wieder Stoffwechselprodukte und Futter für die anderen Lebenwesen. Sie erhöhen z.B. die Population der Regenwürmer, wenn wir die Vielfalt  unterstützen. Die wiederum sorgen für einen nahrhaften Boden für die Pflanzen und lüften ihn, so dass die kleinen Wurzeln eindringen können.

Die Natur ist Vielfalt. Ein Garten, der in unserer heutigen Gesellschaft als aufgeräumt ausschaut, kann nur durch künstliche Mittel vor Krankheiten und Schädlingen freigehalten werden. Ein unaufgeräumter Garten ist viel natürlicher und bietet der Vielfalt und den verschiedenen Lebenwesen Unterschlupf. Keines der „Schädlinge“ kann überhand nehmen. Alles ist im Einklang und es wird wachsen und wachsen.

Danke, wenn Sie mithelfen.

 

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